Die Frau – ein Rätsel für die Männer, ein Gewinn für die Familie, ein Ausgleich in der Chefetage. Zum Internationalen Frauentag wird es Zeit, die Frau einmal aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Wie war das mit dem Paradies und den Frauenrechten, den genetischen Vor- und Nachteilen, den berühmten Wissenschaftlerinnen und Politikerinnen? Ein kleiner Exkurs in die Welt der Frau.

Der Frauentag, ein Tag, der von den Vereinten Nationen als Tag der Rechte der Frau und den Weltfrieden anerkannt ist, und bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts (mit einigen Pausen) jährlich am 8. März begangen wird, um vor allem für Frauenrechte einzustehen. Die Initiatoren kamen aus den Reihen der Sozialisten – allen voran Clara Zetkin. Aus dieser politischen Färbung heraus ist es nicht verwunderlich, dass insbesondere im Osten der Republik den Frauen am 8. März gedacht wird. Doch nicht nur hierzulande kennt man den Frauentag – in einigen Ländern Afrikas und Asiens ist der Frauentag ein Feiertag; in China erhalten die Frauen zumindest den Nachmittag arbeitsfrei.

Eva im Paradies

Wenn man von Frauen spricht, kommt man nicht umhin bei Eva anzufangen. Egal ob christlich verwurzelt oder nicht, ist die Geschichte von Adam und Eva bekannt. Die biblische Überlieferung lässt wenig Gutes an der ersten Frau, die den Erzählungen nach aus der Rippe Adams geschaffen wurde, um eine ebenbürtige Hilfe im Garten Eden zu sein.

Adam und Eva im Garten Eden

Adam und Eva im Paradies

Wider den Regeln aß Eva von den Früchten des Baumes der Erkenntnis, gab auch Adam einen Teil. So wurden sie von Gott aus dem Paradies vertrieben und mit mühsamer Arbeit auf dem Feld bestraft. Eva gebar viele Kinder, darunter Kain und Abel – Abbild von Gut und Böse.

Frau und Mann – so gleich und doch so verschieden

Den Bogen kann man nun von biblischer Geschichte zu Entwicklungsgeschichte und Biologie schlagen. Aus der Perspektive der Genderforschung ist man sich uneinig, was Frau und Mann angeht. Stützen sich die einen auf die Geschlechter-Ähnlichkeitshypothese (Männer und Frauen unterscheiden sich kaum); gehen die anderen, die Evolutionspsychologen, von starken Unterschieden aufgrund des Evolutionsdruckes aus (Männer als ursprüngliche Jäger müssen andere Charakteristika ausgebildet haben, als die Frauen zuhause bei den Kindern).

Mann und Frau- Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Unterschiede zwischen Mann und Frau sind manchmal offensichtlich, manchesmal aber auch nicht

Unterschiede hin oder her; für die ein oder andere Stereotype gibt es durchaus wissenschaftliche Ansätze. Es ist kein Geheimnis, dass immer wieder von den besseren Sprachfertigkeiten bei Frauen die Rede ist. Dazu beitragen wird wohl das relativ größere Sprachzentrum im Gehirn. Was die physische Leistungsfähigkeit angeht, haben die Männer deutlich die Nase vorn. Gerade Kraftsport wird durch das männliche Geschlecht begünstigt. Die kleineren Herzen, Atemwege und Lungen, die höhere Herzfrequenz, niedrigere Blutwengen und Hämoglobinwerte (zuständig für den Sauerstofftransport) bei Frauen verringern die Leistungsfähigkeit gegenüber den Männern.

Frauen an die Macht – oder doch hinter den Herd?

Auch im Wissenschaftssektor stehen die Frauen noch heute den Männern nach. Es gibt deutlich weniger Professorinnen als Professoren in aller Welt; das Verhältnis liegt bei 20 zu 80.
Die Weltgeschicke werden überwiegend aus männlicher Hand gelenkt. Deutschland bildet hier eine der wenigen Ausnahmen. Doch allen Statistiken zum Trotz gibt es seit vielen Jahrhunderten nennenswerte weibliche Wissenschaftlerinnen, Politikerinnen und Frauen, die aktiv in Kultur, Kunst etc. sind. Wer kennt sie zum Beispiel nicht – Jane Goodall, die wohl berühmteste Verhaltensforscherin Großbritaniens; Marie Curie und ihre Tochter (weit weniger bekannt) Irène Joliot-Curie- beides Nobelpreisträgerinnen. Angela Merkel, deutsche Bundeskanzlerin, seit nunmehr 11 Jahren im Dienst…

1,38 Kinder in 83,2 Lebensjahren – klingt wenig, ist aber so

Zum Schluss ein bisschen Statistik für die Mutter, die Chefin, die Lebensgefährtin, die Professorin – die Frau.
Die Frauen haben zahlenmäßig einen kleinen Überhang in Deutschland (+2 Millionen). Zwar kommen mittlerweile mehr Jungen als Mädchen auf die Welt, doch leben Frauen statistisch gesehen länger als ihre Partner, nämlich genau 83,2 Jahre. Die meisten Frauen träumen von ihrer Hochzeit – mit 31 Jahren ist es dann meist soweit. Im gleichen Alter bekommt die Durchschnittsfrau ihr erstes Kind. Derzeit werden pro Frau im Schnitt 1,38 Kinder geboren und damit deutlich weniger als in anderen europäischen Staaten. Beruf und Karriere sind wichtig, aber nicht die wesentlichsten Faktoren im Leben. Ob das nicht zuletzt vom immer noch vorherrschenden Gehaltsgefälle zwischen Mann und Frau herrührt, kann man nicht verifizieren; doch die Zahl ist durchaus relevant. Der Verdienstabstand liegt bei 22%.

Deutsche Frauen liegen hinter dem EU-Schnitt in Sachen Kinderkriegen

Frauen bekommen in Deutschland unterdurchschnittlich wenig Kinder

Perspektivwechsel ist immer ratsam

Egal welche Perspektive betrachtet wird – die Frau ist ein interessantes Wesen; vielseitig, rätselbehaftet, familiär und dennoch erfolgreich. Der Frauentag ist genau der richtige Zeitpunkt, um darüber nachzudenken, was man als Frau selbst tut, was man möchte und was aus Sicht der Männer die Partnerin so liebenswert macht.
Und ihr Männer – auch ihr habt einen Feiertag, an dem ihr wieder losziehen dürft – mit Freunden, Bollerwagen und jeder Menge Testosteron im Blut. Gleichberechtigung für alle also!

 

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