Beobachtet man im Park einmal Menschen, die Tai Chi machen, fragt man sich zunächst „Was machen die da?“. Es schließt sich schon sehr schnell das Stauen an – Staunen über die Konzentrationsfähigkeit und Balance. Woher stammt dieser Sport und wie kann man ihn am besten erlernen? 

„Der feste Pol“ – so oder so ähnlich könnte man Tai Chi, oder auch „Tai Chi Chuan“, wie es richtig heißt, aus dem Chinesischen übersetzen. Die alte Bewegungskunst stammt laut Legende von einem taoistischen Mönch. Nachdem er einen Kranich und eine Schlange beim Kämpfen beobachtet hatte, entwickelte er hieraus Kampfkunstfiguren, die bis heute Bestand haben. Ohne Waffen, dafür allein durch Balance, Konzentration und Körpergefühl steht Tai Chi mittlerweile für eine heilsame Methode von Körper, Geist und Seele. Gern wird Tai Chi auch als Meditation in Bewegung oder Schattenboxen bezeichnet.

Chinesisches Schriftzeichen

Schriftzeichen für Tai Chi Chuan

Mehrere Figuren bilden eine Form

Ziel von Tai Chi ist es, mit Hilfe von vorgeschriebenen Bewegungsformen einen Entspannungszustand des gesamten Körpers zu erreichen. Eine Form besteht dabei aus einzelnen Übungen, auch Bilder oder Figuren genannt. Früher gab es sehr lange Formen, die mehr als 60 Minuten dauerten. Mit der Zeit wurden diese Formen verkürzt, sodass Tai Chi für immer mehr Menschen interessant wurde. Die bekanntesten Formen sind die 37 Stellungen nach Prof. Cheng Man Ching und die 24er-Peking-Form. Gern tragen Formen auch sehr poetische Namen, wie „Der Weiße Kranich breitet seinen Flügel aus“ oder „Den Tiger umarmen und zum Berg zurückkehren“.

Yin und Yang

Mit Hilfe des Wechsels von Anspannung und Entspannung sowie Bewegung und Gegenbewegung werden Verspannungen gelöst, das Herz-Kreislauf-System angeregt und Gelenke gestärkt. Dieser Wechsel spiegelt sich auch im Tai Chi-Symbol, dem Yin und Yang Zeichen, wieder.

Yin und Yang

Yin und Yang als Symbol für Tai Chi

Das Hauptmotiv vieler Menschen, die Tai Chi ausüben, ist die Entspannung von Muskeln und der Seele. Ob Rückenprobleme, seelischer Druck oder eine gesunde Atmung – Tai Chi hilft.

Mehr Körpergefühl durch Tai Chi

Betreibt man Tai Chi über einen längeren Zeitraum, nimmt das Körpergefühl spürbar zu, Rücken- und Gelenkschmerzen nehmen ab. Durch geschmeidige Bewegungen und die Förderung der Konzentrationsfähigkeit wird man ruhiger und gelassener, baut Stress ab und entspannt zunehmend.

Tai Chi und Qigong auf dem Vormarsch

Chinesische Bewegungskunst findet viel Anklang in Europa

Die Frage, die man sich als Laie bei all den asiatischen Sportübungen stellt, ist die des Unterschiedes. Tai Chi und Qigong zum Beispiel – Auch wenn beide Sportarten ursprünglich unterschiedlich waren, nähern sie sich doch immer weiter an. Hauptgrund ist der Verlust der Kampfkunstaspekte im Tai Chi, zumindest in Europa.

Mittlerweile gibt es viele qualifizierte Anbieter für Tai Chi – ob drinnen oder draußen. Wer auf der Suche nach der inneren Balance ist, sollte einmal Tai Chi probieren.

 

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