900.000 Deutsche praktizieren es; Millionen von Menschen schimpfen dagegen – doch gibt es ein Richtig oder Falsch? Vegane Lebensweise spaltet die Gesellschaft wie kaum eine andere in den letzten Jahren. Veganer leben gesund und ethisch korrekt, so scheint es zumindest. Was hinter dem veganen Lebensstil steckt und worauf man achten muss, rückt der Welt-Vegan-Tag in den Mittelpunkt.

Seit nun mehr 21 Jahren gibt es einen Tag, an dem alle Veganer im Mittelpunkt stehen – den Welt-Vegan-Tag. Ursprünglich eine Erfindung der Vegan Society in Schottland – der Urmutter der veganen Organisation; heute von vielen Verbänden aufgegriffen und mit Leben gefüllt. In Deutschland sorgt der VEBU, Vegetarierbund Deutschland, für die Interessenvertretung der vegetarischen und veganen Lebensweise. Vom VEBU stammt auch die folgende Aussage: „Ein Mensch konsumiert in Deutschland durchschnittlich im Lauf seines Lebens die Körper von 600 Hühnern, 22 Schweinen, zwanzig Schafen, sieben Rindern. Hinzu kommen die Leichen vieler anderer Tiere […].“ Dies klingt durchaus radikal, doch spricht der VEBU damit vielen aus der Seele. Genaue Zahlen gibt es nicht, doch Hochrechnungen sprechen von rund 7 Millionen Vegetariern in Deutschland sowie 900.000 Veganern. Die Zahl steigt von Jahr zu Jahr an. Doch wieso erlebt die vegane Lebensweise einen solchen Aufschwung in unserem Land?

Verganer Trend in aller Munde

Vegan leben heißt, vollständig auf Tierprodukte zu verzichten – egal ob als Teil der Ernährung, der Bekleidung oder Wohnungseinrichtung. Entstanden ist die vegane Bewegung als Abspaltung von der vegetarischen Lebensweise, da diese für einige Menschen als zu inkonsequent betrachtet wurde. Der Begriff „vegan“ lag da nah. Die vegane Bewegung steht insbesondere für fünf Ziele:

  • für die Tiere
  • für die Gesundheit
  • für die Umwelt
  • für eine gerechte Zukunft
  • für gutes Essen.
Tiere sind tabu.

Tierische Stoffe sind tabu-egal ob beim Essen, der Kleidung oder in der Medizin.

Soweit so gut. Schaut man etwas genauer hin, kann die vegane Lebensweise schnell kompliziert werden. Es bedarf einiger Vorbereitung – sei es bei der Ernährungsumstellung, der Wohnungseinrichtung oder dem Gang zum Arzt. Letzteres gestaltet sich für viele Veganer als Kraftakt. Selbst wenn man auf Naturmedizin zurückgreifen möchte, findet man selten Substrate, die nicht an Tieren getestet wurden oder tierische Inhaltsstoffe enthalten.

Leidet die Gesundheit unter veganer Kost?

Veganer haben oft mit dem Vorurteil zu kämpfen, sie seien Körnerfresser und lebten mit Mangelerscheinungen. Ob dem so ist, widmen sich tausende Studien über Jahre hinweg. Eines ist klar – veganer leben gesund, wenn sie wissen, auf welche Besonderheiten sie zu achten haben, um den Körper mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen. Eine vegane Ernährung bedarf einer gewissen Kenntnis des eigenen Körpers sowie der Möglichkeiten der Ernährung. Veganismus bietet ein großes Potential, um Zivilkrankheiten vorzubeugen. Darunter fallen neben Übergewicht und Diabetes auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Erklärung erscheint sehr simpel – Veganer nehmen weniger Fett und Protein zu sich, sind im Durchschnitt damit schlanker und bieten weniger Angriffsfläche für Diabetes und Herzerkrankungen. Studien zeigen auch ein geringeres Risiko, an Krebs zu erkranken – dies ist auf bestimmte Nährstoffe zurückzuführen, die aufgrund des Verzichtes auf Fleich, Fisch und Milchprodukte, in geringeren Maßen aufgenommen werden.

Gemüse für alle

Gemüse als gesunde Alternative

Mangelerscheinungen sind bei guter Vorbereitung z.B. durch Nahrungsergänzungsmittel weitestgehend vermeidbar. Vor allem jedoch Schwangere und Frauen in der Stillzeit müssen auf Zufuhr von Eisen, Zink, Jod und Vitamin B12 achten. Viele Ärzte raten in dieser Zeit von veganer Ernährung gar ab, um das Risiko von Fehlgeburten zu verringern.

Zum Ausprobieren: Auberginen-Burger ganz ohne tierische Stoffe

Wenn vegan so gesund und hip ist, warum nicht mal was veganes kochen? Aubergine und Couscous statt Rindfleisch und Käse. Für einige wird diese Alternative vielleicht nicht auf den ersten Blick das Must-Have des abendlichen Dinners sein, doch Probieren geht bekanntlich über Studieren. Daher trauen und loskochen. Ein Rezept findet ihr beispielsweise unter Vebu.de

Veganes Essen

Vegan kochen ist kein Hexenwerk

Und wer sich danach noch sportlich betätigen will, findet sicher den richtigen Kurs. Und da spielt es keine Rolle, ob vegan oder nicht.

 

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